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Sondierungsgespräche: UKSH bietet Einstellung 182 zusätzlicher Pflegekräfte

Montag, 20. Januar 2020

Ver.di-Forderung bedeutet Versorgungsrisiko für schleswig-holsteinische Patienten

Das UKSH hat ver.di im heutigen Sondierungsgespräch das Angebot unterbreitet, dass es zu keiner Arbeitsverdichtung über die bisherige Konzeption hinaus kommt. Im Gegenteil: Es werden 182 Kräfte mehr zur Verfügung gestellt.

Die Pflegekräfte des UKSH sorgen täglich dafür, dass Menschen in den Notaufnahmen rund um die Uhr geholfen wird, die Kreißsäle niemals geschlossen sind, Tumorpatienten zeitnah therapiert und Kinder mit schwierigsten Operationen versorgt werden. Egal ob EHEC-, Norovirus- oder Grippe-Epidemien durch das Land ziehen, werden die Pflegekräfte des UKSH der Verantwortung für die Sicherstellung der Maximalversorgung in Schleswig-Holstein gewissenhaft gerecht - jederzeit. "Wir sprechen dem wertvollen Einsatz unserer Pflegekräfte in schwierigen Zeiten den höchsten Respekt aus", sagte Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, "es muss jetzt gelingen, einen Weg zu finden die unentbehrliche Pflege zu entlasten und gleichzeitig den gesetzlichen Auftrag der medizinische Maximalversorgung sicher zu stellen."

Im UKSH beträgt der Pflegeschlüssel rd. 1,5 Mitarbeiter pro Bett, im Landesdurchschnitt der 114 Klinikstandorte liegt er bei nur einem Mitarbeiter pro Bett. Ohne zu berücksichtigen, dass das UKSH im Vergleich zum Bundesdurchschnitt aller Krankenhäuser (InEK) eine 6,9 Mio. Euro höhere Personalausstattung und im Durchschnitt aller Universitätsklinika eine 4,4 Mio. Euro höhere Personalausstattung in der Pflege hat, fordert ver.di dagegen eine Mehrbesetzung von bis zu sechs Vollzeitkräften pro Schicht.

Schon aus der Erhöhung um drei Vollzeitkräfte pro Schicht ergäbe sich ein Mehrbedarf von mehr als 2.000 Stellen - allein für die Pflege. Ein solcher Personalbedarf ist allerdings auf dem Arbeitsmarkt nicht erreichbar. Schon heute stellt das UKSH zum Abbau der Zeitarbeit jede verfügbare qualifizierte Pflegekraft unbefristet ein und wird dies auch in Zukunft fortsetzen.

Würde das UKSH die ver.di-Forderung umsetzen, müsste es kurzfristig die Hälfte seiner Betten abbauen - was der Schließung eines der Standorte gleichkäme. Als Folge würden sich die Wartezeiten für hochspezialisierte Versorgung in Schleswig-Holstein verdoppeln. Patienten wären gezwungen, auf Maximalversorger in anderen Bundesländern auszuweichen.

Die Pflegekräfte des UKSH haben dafür Sorge getragen, dass Patienten niemals einem Versorgungsrisiko ausgesetzt waren. Deshalb sollte auch gerade jetzt ein gemeinsamer Weg gefunden werden, die unentbehrliche Pflege zu entlasten und gleichzeitig am gesetzlichen Auftrag der jederzeitigen Patientenversorgung festzuhalten.

Der Vorstand des UKSH appellierte an ver.di, schleswig-holsteinische Patienten keinem Versorgungsrisiko auszusetzen.

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